Karl Michaely
Kreuzigung, 1949, Öl auf Leinwand
Köpfe, 1978, Radierung (Druck von zwei Platten)
Chor der Kathedrale St. Etienne in Metz, 1985, Zeichnung
Dillingen-Diefflen, Katholischer Kindergarten, "Fuchs, Du hast die Gans gestohlen", 1957, Keramikmosaik, 1,40 x 2,40 m
Artikel in Bearbeitung
Karl Michaely lebte als Künstler und Kunsterzieher (1957 bis 1985) in seiner Wahlheimat Dillingen. Illustrationen zu dem 1988 erschienenen Buch "Mein Dillingen" sind eine Hommage an seine Stadt, 1999 ehrt ihn die Stadt Dillingen mit der Goldenen Ehrenplakette. Mit Ausstellungen und Beispielen an Kunst im öffentlichen Raum wirkte der Maler und Grafiker in der Öffentlichkeit.
Es war ein gewohntes Bild, vor einigen Jahren noch, Karl Michaely als interessierter freundlicher Besucher in Ausstellungen. Er war uns vertraut als ein Mensch, der das Kunstschaffen im Land still, aufmerksam, mit Liebe zur Kunst und mit selten gewordenem Respekt für das Schaffen anderer verfolgte.
Am 1. Januar 1922 in Elversberg geboren, zeigt seine Biographie einen für seine Generation charakteristischen Weg. Krieg und Gefangenschaft hinterlassen Spuren, Spuren, die sein Menschenbild, auch künstlerisch, prägen. Das Studium an der Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken (1946-49) wies einen Weg in die Freiheit. Man richtete den Blick nach Frankreich. Michaely studiert dank eines Stipendiums drei Semester lang in Paris, an drei verschiedenen Akademien. Später, an der Werkkunstschule Saarbrücken, wird er Assistent bei Boris Kleint, dessen Lehre in der Bauhaus-Tradition steht.
Karl Michaely stellt sich in die Tradition der Kunst des 20. Jhs. Kubistische, expressionistische, impressionistische und surreale Elemente wirken in die Bildgestalt hinein. Seine Kunst ist die Suche nach immer neuen Wegen, in der Balance zwischen Figuration und Abstraktion. Das Experiment mit der Technik, auch Drucktechniken, mit Form und Farbe bleibt höchste Maxime.
Sein Thema: der Mensch, nicht selten zeigen die Bildnisse den Menschen in seiner Zerrissenheit, Einsamkeit, Melancholie, Hilflosigkeit. Das Menschsein teilt sich in religiösen oder auch mythologischen Inhalten mit. Auch der Theaterwelt gibt er Raum in seiner Bildwelt, das Theater als Bühne menschlicher Existenz. Der Künstler selbst spielte gerne auf seiner 'Zigeunergeige'.
Zur Quelle der Inspiration werden auch Studienreisen in Deutschland und im europäischen Ausland. Seine Landschaften enthüllen seine Liebe zur Idylle, zur unberührten Schönheit der Natur, bezeugen seine Liebe zum Detail einer Architektur und seine Zeichenkunst.
Am 7. November ist Karl Michaely verstorben, mit ihm ein Stück saarländischer Kunstgeschichte, ein Künstler, der die künstlerische Landschaft des Saarlandes mit Menschlichkeit beseelte.
Monika Bugs
Erstveröffentlichung: Saarbrücker Zeitung vom 14. November 2007
Biografie
1922 geboren in Elversberg
1946-49 Studium an der Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken
1949-51 Assistent Grundlehre bei Prof. Dr. Boris Kleint an der Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken
Stipendiat in Paris an der Akademie Grande Chaumière, an der Akademie André L'hote und am Collège Technique des arts appliqués à l'industrie
Studienaufenthalt in der Provence, Studienreisen im In- und europäischen Ausland
2007 gestorben in Dillingen
Ausstellungen
Einzelausstellungen
1952 "Zeichnungen", Galerie Elitzer, Saarbrücken; Konsulargebäude, Saarlouis
1961 Galerie Elitzer, Saarbrücken
1964 Kunststube Saarlouis
1966 Landratsamt Saarlouis
1972 Landratsamt Saarlouis
1975 St. Nikolaus Hospital, Wallerfangen
1982 Kunstverein Galerie im Rathaus, Dillingen
1983 Saalbau, Schwalbach
1985 Foyer des Saarländischen Staatstheaters, Saarbrücken
1987 Kleine Galerie der Saarbrücker Zeitung, Dillingen
1988 Buchillustrationen, Neues Rathaus, Dillingen
1989 Cafeteria, DRK Krankenhaus, Saarlouis
1990 "Aquarelle und Zeichnungen", Kurhaus, Lenzkirch
1991 "Malerei und Grafik", St. Ingbert, Rathaus; Kaffeehaus Galerie, Ommersheim
1992 Kulturforum am Markt, Dillingen
1994 "Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken", Galerie Palz, Beckingen; „Malerei und Grafik“, Hotel Scheidberg, Wallerfangen
1995 "Alte und neue Arbeiten, Malerei und Graphiken", Heimatmuseum Wallerfangen
1997 "Grafik und Malerei", Kunstverein Altes Schloß, Kunstverein farbklang, Förderverein Altes Schloß, Volkshochschule Dillingen
1998 "Menschenbilder", Galerie Palz, Beckingen
1999 Altes Schloss, Dillingen
2002 "Linie und Farbe", Graphik und Malerei, KEB Dillingen
2004 Neumühle, Mettlach-Tünsdorf
2006 Union-Stiftung, Saarbrücken
Ausstellungsbeteiligungen
1954 "Saarländische Künstler in Paris", Musée d‘Art Moderne, Paris
1956 "Die Jungen im Lande", Museum der Stadt Homburg
1961 Neues Museum St. Wendel
1962 Volkshochschule Völklingen
1964 Kunststube, Saarlouis
1966 "20 Jahre Malerei in der Werkkunstschule", Foyer Kongreßhalle, Saarbrücken
1967 "Bekannte und neue Künstler", Landratsamt Saarlouis
1975 "25 Künstler aus dem Saarland stellen aus", Stadthalle Dillingen
1977 "Wadgasser Kunst ‘77", Ausstellungshalle beim Gemeindehaus, Wadgassen
1979 Jahresausstellung der Künstlergruppe Untere Saar
1980 "Stadtbilder Saarlouis", Hofhausgalerie, Saarlouis
1981 "Rückblick auf Perspectives - eine Ausstellung zum Festival des jungen Französischen Theaters in Saarbrücken, Zeichnungen und Malerei von Karl Michaely und Fotos von Gallet Castel", Galerie Walzinger, Saarlouis
1989 "Form+Farbe, Skulpturen H. Glawe, Bilder H. Penth, Graphiken K. Michaely", Orangerie Blieskastel
1997 "Zeitgleich", Von Schwarz bis Weiß, Saarländisches Künstlerhaus Saarbrücken
2012 "Karl Michaely - Gemälde und Grafiken", Kunstverein Dillingen im Alten Schloss, Dillingen
Werke im öffentlichen Raum
Bibliografie
Monografien
Sammelschriften
Quelle
Redaktion: Claudia Maas
letzte Änderung: Freitag, 24.02.2012